Der Dendrom-Verbund

Die Zusammensetzung der Projektpartner wird
neben der der thematischen Ausrichtung maß-
geblich durch den ganzheitlichen Ansatz und die
Auswahl der Modellregionen in Brandenburg
bestimmt.

Demnach vereint Dendrom einen interdiszi-
pliniären Verbund aus Forschungseinrichtungen,
Unternehmen und Netzwerken, zur Findung
praxisrelevanter, trandisziplinärer Ergebnisse.
Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den
klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU),
welche insbesondere durch Betriebe aus Land-,
Forst- und Energiewirtschaft vertreten sind.
Neben der Beteiligung der Bundesländer NRW,
Hessen, Sachsen und Niedersachsen, wirkt der
überwiegende Teil der Institutionen (v.a. die
KMUs) im Raum B e r l i n - B r a n d e n b u r g.



Verbundpartner

Fachhochschule Eberswalde (FHE)
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung (BTU)
Technische Fachhochschule Wildau (TFHW)
Landesforstanstalt Eberswalde (LFE)
Internationales Institut für Wald und Holz NRW (IIWH)
Leibniz-Institut für Agrartechnik Bornim (ATB) e.V.


Der Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung (Leiter: Prof. Dr. Dr. h.c. R.F. Hüttl) gehört zur Fakultät Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.
Im Bereich der Lehre ist er für die Vermittlung grundlegender und vertiefender Kenntnisse der Bodenkunde, des Bodenschutzes sowie der Landschafts- und Forstökologie zuständig. Unter dem Aspekt der Rekultivierung werden vorrangig boden und pflanzenökologische sowie geobotanische Problem-stellungen in Verbindung mit den daraus ableitbaren Potenzialen einer späteren Landnutzung betrachtet.
Im Mittelpunkt der Forschung des Lehrstuhls stehen Arbeiten zur Einschätzung des ökologischen Entwicklungs- und Nutzungspotenzials der Bergbau-folgelandschaften im Lausitzer Braunkohlerevier, die als Referenz für die Entwicklung von Ökosystemen bzw. Landschaften vom Punkt Null dienen und die Erarbeitung übertragbarer Konzepte für die nachhaltige Inwertsetzung marginaler Standorte ermöglichen.
Ziel dieser Aktivitäten ist es, die kausalen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Teil-bereichen (Pedogenese, pflanzliche und faunistische Sukzession, Stoff- und Wasserkreisläufe, Boden-biologie) mit Hilfe ökosystemarer Forschungsansätze aufzuzeigen. Resultate dieser vornehmlich grundlagenorientierten Forschungsanstrengungen bilden die Basis für stärker anwendungsorientierte Projekte. Dazu wurde eine intensive inter- und transdisziplinär ausgerichtete Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern auf nationaler und internationaler Ebene etabliert.
Insgesamt konnten am Lehrstuhl Bodenschutz und Rekultivierung vier Forschungsschwerpunkte etabliert werden.

  • Grundlangenorientierte Forschung zur Boden-, Ökosystem- und Landschaftsgenese vom Punkt Null,
  • Grundlagen- und anwendungsorientierte forstöko-logische Forschung,
  • Angewandte Arbeiten zur Rekultivierung von bergbaulich genutzten Standorten,
  • Entwicklung neuartiger/alternativer Landnutzungs-systeme für die Bereitstellung stofflich und energetisch verwertbarer Biomasse.


Für die Zielsetzung einer Erhöhung des Anteils biogener Energieträger an der Energieproduktion spielt die Bereitstellung von Biomasse eine zentrale Rolle. Hoch entwickelte Technologien für die Erzeugung von Wärme, Strom oder Kraftstoffen aus Biomasse können nur umgesetzt werden, wenn dafür die Rohstoffe zum richtigen Zeitpunkt, in der benötigten Menge, der geforderten Qualität und einem mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit angemessenen Preis bereitgestellt werden können.
Insbesondere für ländliche Räume bietet sich daher ein großes Potenzial im Bereich der Bereitstellung von Bio-Energieträgern. Für Nordostdeutschland eröffnen sich in diesem Kontext vielfältige Perspektiven für die In-Wertsetzung von Marginalstandorten. Vor diesem Hintergrund werden zunehmend neuartige Landnutzungssysteme für die Bereitstellung von Bio-Energieträgern, wie Kurzumtriebsplantagen und Agroforstsysteme, als Schnittstellen zwischen der traditionellen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung intensiv diskutiert.
Bereits im Jahre 1995 wurden durch den Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung im großen Maßstab Versuchsflächen für die Produktion von Energieholz in der Bergbaufolgelandschaft des Lausitzer Braunkohlereviers angelegt. Dieser Ansatz ermöglicht gesicherte Aussagen zur Mindestproduktivität unter den gegebenen klimatischen und edaphischen Gegebenheiten. Der Anbau schnell wachsender Baumarten für die energetische Verwertung wurde dabei sowohl in einer Kurzumtriebsplantage als auch in einem agroforstlichen System (Alley-Cropping) untersucht.
Die letztgenannte Landnutzungsform ist durch einen streifenweisen Anbau von Bäumen und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen charakterisiert und ermöglicht eine integrierte land- und forstliche Bewirtschaftung. Dabei wird angenommen, dass die Nährstoffaufnahme tiefwurzelnder Bäume über den Streufall einen positiven Einfluss auf die landwirtschaftlichen Kulturen hat, der zusätzlich durch mikroklimatische Bedingungen gefördert wird. Hierbei seien insbesondere die durch Beschattung und Absenkung der Windgeschwindigkeit hervorgerufene Verminderung des Wasserverbrauchs der landwirtschaftlichen Kulturen und die vielfältigen Vorteilswirkungen für die Biodiversität hervorgehoben.
Nach nunmehr etwa 10-Jähriger Versuchsdauer lassen sich aus ertrags- und ernährungskundlicher sowie aus ökonomischer und ökologischer Sicht erste gesicherte Ergebnisse zur Eignung verschiedener schnell wachsender Baumarten für Marginalstandorte ableiten. Die weitere Auswertung des umfangreichen Datenmaterials wird für Energiewaldplantagen und Agroforstsysteme weitere Informationen zur:


  • Bewertung der Grundwassergüte und -spende,
  • C-Sequestrierung,
  • naturschutzfachlichen Einordnung sowie
  • ertragskundlichen Modellierung (=Ertragstafel) und standörtlichen Eignungskriterien liefern.


In konsequenter Fortführung erfolgt die Übertragung der Forschungsergebnisse auf praxisnähere Verhältnisse. So erfolgt aktuell in Zusammenarbeit mit regionalen Landwirtschaftsbetrieben der flächenhafte Anbau schnell wachsender Gehölze auf insgesamt mehr als 200 ha, und es entsteht hierbei u.a. der deutschlandweit größte Energiewald auf einer Fläche von insgesamt 170 ha. Hier sollen v.a. betriebswirtschaftliche Kenndaten erhoben, geeignete Technologien für Pflanzung, Pflege, Ernte und Transport des Holzes erprobt und entwickelt und die intensive Einbindung landwirtschaftlicher Betriebe in die Bereitstellungskette umgesetzt werden.


Ansprechpartner


Bernd - Uwe Schneider
schnuwe@tu-cottbus.de

Telephon: (0355) 69-3314

Holger Grünewald
gruenewa@tu-cottbus.de

Telephon: (0355) 69-4145
Fax: (0355) 69-2323


Links zum Thema
Internetportal der Brb. Technischen Universität Cottbus
 
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